07.04.2026

Unser neuer CFO und Managing Director im Gespräch: Marcel Völkel

Unser neuer CFO und Managing Director im Gespräch: Marcel Völkel

Marcel Völkel übernimmt bei KINIOS die Rolle des Managing Directors und CFO und arbeitet dabei eng mit CEO Dr. Gabriela Kroll‑Sellnick zusammen, um die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens zu gestalten.

Wie hat dein Weg in die Finanzwelt begonnen und was hat dich geprägt?

Schon früh hatte ich eine starke Affinität zu Zahlen und analytischem Arbeiten. Nach dem Abitur entschied ich mich bewusst für eine Bankausbildung. Diese fiel in die Zeit der Finanzmarktkrise und hat mich nachhaltig geprägt. Ich habe dort gelernt, wie wichtig Transparenz, Verlässlichkeit und ehrliche Kommunikation sind, insbesondere in anspruchsvollen Situationen mit kritischen Kundinnen und Kunden.

Danach ging es für mich nach Frankfurt, wo ich an der Goethe‑Universität meinen Bachelor als Jahrgangsbester abgeschlossen habe und gemeinsam mit meinem Team den Postbank Finance Award gewinnen konnte. Für den Master bin ich bewusst ins Ruhrgebiet zurückgekehrt, um Theorie und Praxis enger zu verzahnen. Dort erhielt ich den Nationalbank Award für die Weiterentwicklung eines bereits im Bachelor entwickelten Modells. Besonders prägend war für mich Prof. Dr. Bernd Rolfes, der stark aus der Praxis kam und mir gezeigt hat, wie sehr sich Entscheidungen verändern, wenn man Perspektiven wechselt.

Wie bist du vom Bankensektor in den Gesundheitsmarkt und schließlich zu Private Equity gekommen?

Nach Ausbildung und Studium wollte ich meine Kenntnisse dort einsetzen, wo sie konkrete Wirkung entfalten. Die apoBank bot mir einen sehr guten Einstieg in den Gesundheitsmarkt. Dort habe ich unter anderem am Aufbau eines Private‑Equity‑Fonds mitgewirkt. In späteren Stationen konnte ich in Portfoliounternehmen Strukturen aufbauen, Controlling weiterentwickeln und Digitalisierungsvorhaben begleiten. Die Verbindung aus Finanzsteuerung und operativer Umsetzung hat mich schließlich zu KINIOS geführt.

Was hat dich motiviert, zu KINIOS zu wechseln und wie verstehst du deine Rolle?

Der entscheidende Moment war ein Anruf mit der Frage, ob ich mir den nächsten Schritt zutraue. Nach reiflicher Überlegung habe ich Ja gesagt. Frankfurt ist für mich eine alte neue Heimat und ich glaube fest daran, dass wir im Gesundheitsmarkt viel bewegen können. Orthopädinnen, Orthopäden und Praxisteams sprudeln vor Ideen. Meine Rolle verstehe ich als Dienstleistung für die Praxen: wenig fragen, viel zuhören, Transparenz schaffen und den Alltag vereinfachen. Die Praxen sollen wissen, dass sie auf verlässlichen und ehrlichen Support zählen können.

Wie unterstützt KINIOS die Praxen und wie wird sichergestellt, dass deren Identität erhalten bleibt?

Jede Praxis bringt eigene Stärken, Erfahrungen und eine gewachsene Identität mit. Genau deshalb wurden sie Teil der Gruppe. Wir verfolgen keinen standardisierten Ansatz. Ärztinnen und Ärzte sind Gründer. Sie hatten den Mut, etwas aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und ein Lebenswerk zu gestalten. Mein Anspruch ist es, zuzuhören, zu verstehen und gezielt zu unterstützen, ohne bestehende Strukturen unnötig zu ersetzen. Integration bedeutet für mich partnerschaftliche Weiterentwicklung, nicht Vereinheitlichung.

Welche Prioritäten setzt du in der Integration und in der Zusammenarbeit mit den Standorten?

Buy and Build bedeutet für mich vor allem Build. Integration ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Wir gehen offen in den Dialog, erklären Beweggründe und verändern nur dort, wo es sinnvoll ist. Mir ist wichtig, mir ein eigenes Bild von den Standorten zu machen und präsent zu sein. Nähe und Verständnis lassen sich nicht aus der Distanz aufbauen.

Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?

Ich selbst hatte viel Glück auf meinem Weg – das Glück des Tüchtigen, aber auch das Glück, viel Förderung zu bekommen. Deshalb ist es mir wichtig, diese Chance weiterzugeben. Ich möchte, dass meine Mitarbeitenden sich wirklich weiterentwickeln können. Micromanagement halte ich nicht für zielführend. Entscheidend sind Ergebnisqualität, Verlässlichkeit und offene Kommunikation.

Wie hältst du im Alltag die Balance?

Ausgleich entsteht für mich durch das Zusammenspiel von Familie, Sport und Beruf. Gemeinsam mit meiner Frau und unserem Sohn bildet die Familie einen festen Ruhepol in meinem Alltag. Trotz hoher beruflicher Anforderungen nehme ich mir bewusst Zeit für Bewegung, etwa beim Joggen, im Fitnessstudio oder in den Bergen. Die letzte halbe Stunde des Tages gehört meinem Sohn. Dann erzähle ich ihm Geschichten von einem kleinen Helden, der mit Verstand und Herz Herausforderungen meistert. Das ist unser Ritual und ein guter Abschluss für einen vollen Tag.